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Deutsch-Französische Qualitätscharta für bilinguale Kindertageseinrichtungen

Im September 2013 wurden alle saarländischen Kindertageseinrichtungen im Auftrag der Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und dem Bildungsminister Ulrich Commerçon darüber informiert, dass der deutsch –französische Ministerrat die Qualitätscharta für bilinguale Kindertageseinrichtungen verabschiedet hat. Im Rahmen dieser Vereinbarung konnten sich zweisprachige Kindertageseinrichtungen für die Auszeichnung mi dem Qualitätslabel „Écoles Marternelles/Bilinguale Kindertageseinrichtung – Élysée 2020“ bewerben.

Die Kita Kinderland (heute Kinderland im Campus 1) erbrachte zu diesem Zeitpunkt die Qualitätskriterien und integriert bis heute die deutsch-französische Bildung in ihrem Konzept und bewarb sich für die Aufnahme im Netzwerk der zweisprachigen Élysée-Kindergärten.

Mit der Entscheidung der deutsch-französischen Expertenkommission für das Bildungswesen wurden wir im Herbst 2014 in das Netzwerk aufgenommen. Anlässlich der Aufnahme wurde uns nun eine Plakette zugesandt, die diese Qualitätsauszeichnung sichtbar würdigt und von nun an den Eingangsbereich von Kinderland im Campus I schmückt. Darüber freuen wir uns sehr! Kinderland im Campus II erfüllt übrigens die Qualitätskriterien ebenfalls und integriert das Vorgehen fest im Pädagogischen Konzept, war zum Zeitpunkt der Antragsstellung aber noch im Bau befindlich.

 

„Sprache bedeutet Verständigung, Verständnis, Kommunikation. Sprache heißt Kontakt, Gemeinschaft, Gemeinsamkeit. Sprache öffnet den Weg ins Leben – Fremdsprachen öffnen den Weg in die Welt“

 

Wir möchten an dieser Stelle die Auszeichnung zum Anlass nutzen, auch Ihnen liebe Leser und Leserinnen, die Grundgedanken dahinter noch einmal kurz vorzustellen…

 

Warum eine Zweitsprache im Kinderland?

Weil die Fähigkeiten, Sprachen zu lernen, in der frühen Kindheit besonders groß ist. Kinder haben das Potenzial, spielend mehr als eine Sprache von Geburt an zu lernen: Mehrsprachigkeit ist also keine Überforderung, denn: Sprache lernen kann jedes Kind; Kleinkinder besitzen die Fähigkeit Lernstrategien auf andere Bereiche zu übertragen; Kinder haben in den ersten Lebensjahren eine hohe Auffassungsgabe. Sprache erwerben gehört zur natürlichen Entwicklung des Menschen. Alle Kinder, die hören können, lernen Sprache und das, ohne sich bewusst darauf zu konzentrieren (impliziertes Lernen). Kinder sind von Natur aus so ausgestattet, dass sie sich aus ihrer sprachlichen Umgebung die Struktur der Sprache erschließen. Ein Baby lernt eine Sprache durch Nachahmen. Die Laute, die es von seiner Bezugsperson hört, prägt es sich ein. Aus den ersten Lauten entstehen Wörter und später dann Sätze. Hört das Baby bereits verschiedene Sprachen, kann es sich diese auch mühelos aneignen. Später ergeben sich daraus gute Perspektiven für den Schulerfolg.

Weil die allgemeinen intellektuellen Fähigkeiten geschult und verbessert werden: Zweisprachigkeit führt zur Entwicklung der metasprachlichen Kompetenz (Bewusstsein für Sprachen). Das Kind lernt über Sprachen zu reden und nachzudenken. Es setzt sich bewusst mit den Eigenschaften seiner Sprachen auseinander. Es merkt früh, dass Sprachen anders klingen, dieselben Dinge unterschiedlich heißen und Mimik und Gestik unterschiedlich sind. Durch den frühen Kontakt mit einer Zweitsprache wird in der Regel das allgemeine Interesse an Sprachen geweckt.

Weil durch den frühen Kontakt mit einer Zweitsprache das allgemeine Interesse an Sprachen geweckt wird: Lernen einer Zweitsprache ist eine Bereicherung für die Sprachentwicklung. Somit wird auch der spätere Erwerb von Sprachen gefördert.

Weil schon in der frühen Kindheit positiv erlebte Plurikulturalität ohne Vorurteile und interkulturelle Erfahrungen zur Selbstverständlichkeit wird.

Weil ein lebendiges Europa nur möglich ist, wenn die Menschen miteinander kommunizieren können. Zweisprachigkeit ist wichtig für ein gemeinsames Europa. Die Fähigkeit in mehreren Sprachen zu kommunizieren stellt Chancengleichheit und Partizipation im und am wirtschaftlichen Leben Europas sicher.

 

Welche Ziele verfolgen wir?

- Spaß an der Sprache

- Entwickeln eines Gefühls und Gehör für die Sprache

- Verhindern einer Sprachbarriere, verlieren von Hemmungen

- Lernen in täglichen Situationen die französische Sprache zu verstehen und Aufforderungen umzusetzen

- Lernen von grundlegenden Begriffen und Wortfeldern

- Entdecken einer anderen Kultur

 

Wie arbeiten wir?

Die Methode der Immersion: die Kinder erleben ein „Sprachbad“ durch täglichen Kontakt mit der französischen Sprache. Sie werden in die fremde Sprache „hineingeworfen“, um sie sich selbstständig zu erschließen. Die Kinder nehmen die französische Fachkraft nicht als Fremdsprachenlehrerin, sondern als „natürlich anwesende Erwachsene“ war. Die deutschen Mitarbeiterinnen übersetzen niemals ohne Aufforderung die französische Kollegin in einer Situation. Sie ergänzen höchstens das Verhalten der frankophonen Mitarbeiterin „im normalen Gespräch“. Auch übersetzten sich die französischen Mitarbeiterinnen nie selbst.

Kein Unterricht; kein Lerndruck; unbewusstes Lernen im Alltag (mit allen Sinnen). Es ist wichtig NICHT zu korrigieren. Das Kind soll nicht das Gefühl haben, was falsch gemacht zu haben. Im Gegenteil, es muss darin bestärkt werden, die Sprache zu sprechen. Die Sprache wird in allen Bereichen des Kita–Alltags erlebt: Französisch wird zur Selbstverständlichkeit.

Wir (die französischen Mitarbeiterinnen) folgen den pädagogischen Ansätzen der Einrichtung, Orientierung am Bildungsprogramm.

Eine Person, eine Sprache: Damit Fehler in der Aussprache und Grammatik nicht weitergegeben werden (deshalb auch Muttersprachlerinnen); weil Kinder immer den einfachsten Weg gehen (ökonomisches Denken); damit keine Sprachverwirrung entsteht: Jede Situation und Person steht für eine bestimmte Sprache. Diese klare Trennung, ermöglicht das automatische Wechseln von einer zur anderen Sprache.

Der erste Weg zum Kind führt über die Gefühlsebene: die Sprache muss eine Bedeutung für das Kind haben; eine Vertrauensbasis muss geschaffen werden.

„Kontextualisierung“: die Sprache wird in die Handlung miteingebunden (Mimik und Gestik, Symbole).

Wiederholung (Rituale, wie z.B. das gruppenübergreifende Begrüßungslied, Spiellieder und das Guten-Appetit-Wünschen auf Französisch); Bewusstmachung (Verstehen) und die emotionale Einbettung (mit allen Sinnen arbeiten).

 

In Anerkennung an die Arbeit unserer frankophonen Mitarbeiterinnen, Cathy Erb, Nathalie Mittelberger-Schmidt und Sandrine Abel!

 

Die Auszeichung 

Élysée 2020

Die Auszeichnung 
Die Auszeichnung 
 
 
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